26/09: Hitzesommer – wer schweigt verliert
Stell dir vor, die Schweiz glüht und wir leiden unter der Hitze, Doch die Regierung schaut weg, ja sie schweigt – sehr lange. Hitzesommer werden zur Herausforderung und dieser wird wohl noch eine der kühleren dieses Jahrhunderts sein.
Spätestens nach diesem Jahr sollte uns allen klar sein. Die Klimakrise ist kein Zukunftsszenario. Sie ist da, sie ist jetzt und sie ist heiss. Dieses Jahr lässt sich zusammenfassen mit rund 40 Hitzetagen, dem Tod von zwei Gletschern, ca. 174 Hitzetoten allein im Juni, niedrigsten Pegelständen in Schweizer Seen, erwarteten Ernteausfällen von 10–20 % bei Getreide und Waldbrandstufe 4 oder 5 in weiten Teilen der Schweiz.
Kurzum: Der Sommer 2026 wird als der historisch wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sein. Auch in unserer Region macht sich die Hitzekrise bemerkbar. Die Thur gleicht vielerorts eher einem von Algen geprägten Bach als einem Fluss, auf dem man im Sommer unbeschwert bööteln kann. Die Felder sind auffallend braun und in den Wäldern ist der Hitzestress der Bäume sichtbar. Gleichzeitig kühlt es in den Nächten immer weniger ab. Gerade für ältere und kranke Menschen wird die Hitze damit zu einer ernsthaften Belastung – unabhängig davon, dass sich auch die psychische Gesundheit an solchen Hitzeperioden negativ bemerkbar macht, eine Art „Sommerdepression“.
Man könnte meinen, dass eine Krise von nationaler Bedeutung auch unsere Regierung auf den Plan ruft. Doch der Bundesrat hat während des Sommers geschwiegen. Er blieb gegenüber den Schwierigkeiten und der Verzweiflung der Bevölkerung stumm. Während die Bevölkerung mit den Folgen der Hitze kämpft, scheint sich der Bundesrat lieber mit dem Helikopter zu den 1.-August-Feiern durch die Schweiz fliegen zu lassen.
Der Bundesrat schlug sogar Kürzungen beim Waldschutz vor. Gerade der Energie- und Umweltminister beschäftigt sich lieber mit Mega-Autobahnen, obwohl das Volk Nein gesagt hat. Seine Nähe zu den Lobbys der fossilen Energien, der Autoindustrie und der Atomwirtschaft ist fatal für unser Land. Anstatt erneuerbare Energien konsequent voranzutreiben, werden klimapolitische Errungenschaften bewusst verwässert.
Deshalb müssen wir jetzt in unseren Gemeinden und in der Region Verantwortung übernehmen. Wir brauchen Bäume statt Beton in unseren Ortskernen – Schatten dort, wo heute Asphalt die Hitze speichert. Wir brauchen mehr Flächen für die Biodiversität, den mutigen Ausbau der Windenergie und einen öffentlichen Verkehr, der so attraktiv ist, dass das Auto zur zweiten Wahl wird. Und wir müssen jene schützen, die sich selbst nicht schützen können: Kitas und Altersheime gehören klimatisiert, bevor der nächste Hitzesommer kommt.
Der Bundesrat mag lange schweigen. Wir dürfen es nicht. Der Klimaschutz beginnt dort, wo wir leben – und genau dort werden wir ihn einfordern.
Mario Roth, Junge GRÜNE, Kantonsratskandidat